Abstrakte Malerei
Die abstrakte Malerei ist eine sehr vielfältige Kunstform mit vielen Stilrichtungen, die auf die Abbildung von Gegenständen, Personen oder Landschaften fast völlig verzichtet. Sie bildet nicht die
konkrete, sichtbare Wirklichkeit, sondern abstrakte oder abstrahierte Bewegung, Form, Farbe, Strukturen, Muster ab. Die reine Komposition rückt dabei in den Vordergrund der künstlerischen Arbeit.
Abstrakte Malerei wird auch als absolute Kunst oder gegenstandsfreie Kunst bezeichnet. Sie versucht, innere Wirklichkeit, das Wesen von Phänomenen abzubilden.
Einordnung in Kunstgeschichte [Bearbeiten]
Lange bevor im 20. Jahrhundert die abstrakte Materei zur Kunstform erklärt wurde, entstanden Gemälde und Grafiken ohne erkennbaren Gegenstand. Hunderte nicht-gegenständliche
Bilder umfassten beispielsweise die Werke des englischen „Landschaftsmalers“ William Turner, des französischen Dichters und Zeichners Victor Hugo sowie des französischen „Symbolisten“ Gustave Moreau, [1] dessen Schüler Henri Matisse zu einem führenden Vertreter des Fauvismus wurde. Das Nachdenken über die Wirkung von Linien und Farben und das „Ausprobieren“ fand jedoch vor 1900 fast ausschließlich im Atelier statt, in Form von Vorstudien zu den öffentlich präsentablen Werken. Hieraus wird deutlich, dass „die Errungenschaft der Avantgarde um 1912 nicht in der Erfindung der Abstraktion lag, sondern darin, dass diese zum Kunstwerk erklärt wurde.“ [2]
Der Stil, der in der Malerei seinen Anfang nahm, wurde in der Folge auch in die Plastik und andere Kunstbereiche übernommen. Ein abstraktes Kunstwerk kann Dingliches in Ansätzen und in stark abgewandelter Form noch erkennen lassen oder auch völlig aus Formen und Farben gebildet sein. Verwandt ist das Ornament, das als Design schon viel länger existiert.

Ausgehend von der abbildenden Malerei kann mit Aufkommen der Fotografie eine Tendenz festgestellt werden, sich mehr mit dem Medium Malerei selbst, und mit den Ideen, den Strukturen und der Morphologie der Welt auseinanderzusetzen als mit ihren visuellen Oberflächen. Im Malerei-Richtungen wie Kubismus, Pointilismus, Impressionismus oder Expressionismus finden sich erste abstrakte Tendenzen. Verschiedene Richtungen abstrakter Malerei mit unterschiedlichen Zielsetzungen sind abstrakter Expressionismus, Tachismus, Informel, Action Painting, Konstruktivismus, Suprematismus, Minimalismus. Im Laufe dieser Entwicklung veränderte sich auch der Begriff der Harmonie in der Malerei wesentlich.
Auf die abstrakte Malerei reagierte später u. a. die Konzeptkunst, die nicht mehr künstlerisch das abstrakte Wesen der Dinge abbildete (Tafelbild), sondern mit den Dingen selber Netze von Bedeutungen und Kontexten spannt, und sich dabei z. B. auf das Arrangement von vorgefundenen Objekten als Rauminstallation, oder auch auf reine Worte (Marcel Broodthaers) verlegte. Auch die Pop-Art stellte eine Reaktion auf die abstrakte Malerei dar.

In den Jahren von 1931 bis 1937 war die Künstlervereinigung Abstraction-Création in Paris geistiges und organisatorisches Zentrum und Sammelpunkt für die Anliegen der Vertreter der Abstrakten Malerei. Die inhaltliche und öffentlichkeitswirksame Arbeit von „Abstraction-Création“ und ihre Ausstellungen trugen erheblich zur Steigerung der gesellschaftlichen Anerkennung der abstrakten Kunst bei.
In der zeitgenössischen Malerei mischen sich oft Elemente abstrakter und darstellender Malerei. Im Comic (Manga) standen von jeher abstrakte Linien und Formen für Geschwindigkeit oder andere, abstrakte Phänomene. Abstrakte Bildelemente finden sich heute in den Massenmedien wie auch als Design auf Gebrauchsgegenständen.


Bekannte Künstler
Wassily Kandinsky oder Piet Mondrian waren Vorreiter dieses Genres. Bald folgten auf europäischer Ebene auch viele andere Maler. Pablo Picasso, Georges Braque und andere später berühmte Maler folgten dieser Richtung, auch wenn sie sich später dann vielfach eher kubistischen Motiven verpflichtet fühlten. Robert Delaunay, Alberto Magnelli und Antoine Pevsner und Jean Bazaine
blieben beim Abstrakten zeit ihres Lebens.